bauplanung sachsen anhalt

Zukunftsorientiert bauenDie gesellschaftliche Debatte ist immer wieder auf Energiekosten und erneuerbare Energien fokussiert. Hausbesitzer müssen mit steigenden Kosten rechnen und sind deshalb an Maßnahmen interessiert, Energie einzusparen. Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) gilt für Neubauten ein Wärmeschutz, der einem Niedrigenergiehaus entspricht. Doch zukunftsweisend bauen beinhaltet mehr als Energie sparen und Kosten senken. Zukunftsorientiert bauen bedeutet, den gesamten Zyklus eines Gebäudes nach Energie- und Ressourcenverbrauch zu bewerten – angefangen von der Herstellung der Baustoffe über den Transport und die Betriebskosten bis hin zum Abbau. Denn nachhaltig bauen ist ein ökologisch und auch ein ökonomisch bedeutsamer Faktor.

Nachhaltigkeit (Sustainibility)

1987 stellt der UN-Bericht "Unsere gemeinsame Zukunft" die globale Entwicklungspolitik unter den Leitbegriff der Nachhaltigkeit (sustainable development). Obwohl dieser Bericht sich nicht ausdrücklich auf die ursprüngliche Verwendung aus der deutschen Forstwirtschaft bezieht, wird Nachhaltigkeit prinzipiell für die globale Entwicklung angewendet: Der Verbrauch an Energie und Rohstoffen darf deren Produktion nicht übersteigen. Global betrachtet bedeutet nachhaltiges Wirtschaften und Handeln vor allem, die Lebensgrundlagen für die nächste Generation zu sichern. In der Folge wird Sustainibility in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu einem Leitbegriff, der stetig weiter ausformuliert und definiert wird. Aktuell sind drei Säulen – der ökonomische, soziale und ökologische Standard – in einer nachhaltigen Bewertung zusammenzufügen. Ein Massivhaus wird zum Beispiel in sozialer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht nach Energieeffizienz und Ressourcenverbrauch bewertet. Seit 2007 stellt die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Förderung und Bewertung von nachhaltigen Gebäuden in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Nachhaltigkeit beim Hausbau wird im Wesentlichen durch die Aspekte Planung, Baustoffe und energieeffiziente Systeme bestimmt:

  • Bedarfsgerechte Planung
    Zukunftsorientiert bauen beginnt mit einer bedarfsgerechten Planung. Die Planung eines Hauses weist auch die effiziente Flächennutzung und die Wirtschaftlichkeit nach. Dazu zählt zum Beispiel die flexible Nutzungsmöglichkeit oder der Nachweis von Wartungs- und Energiekosten. Die Verwendung nachhaltiger Baustoffe wird mit Planung und Ausschreibung definiert. Baustoffe sind nicht nur ressourcenschonend oder aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern tragen zu einem gesunden Raumklima bei.
  • Energieeffizienz
    Nachhaltig bauen bedeutet energieeffizient bauen. Energieeffizienz wird über zwei Maßnahmen erreicht: erstens über eine gute Wärmedämmung der Außenhülle (inkl. Fenster), unterstützt durch eine optimale Ausrichtung und Kubatur. Zweitens tragen effektive Heizsysteme, Raumluft- oder Belichtungstechnik zu einem geringen Verbrauch bei.
  • Baustoffe
    Entscheidend für die Qualität eines Gebäudes sind die verwendeten Materialien. Baustoffe, wie sie beim Massivhaus Verwendung finden, weisen unter dem Aspekt "nachhaltig bauen" einige Vorzüge auf. Ziegel, Porenbeton oder Kalksandstein kommen häufig vor und sind leicht zu gewinnen. Daher ist durch zahlreiche Produktionsstätten ein kurzer Transportweg gewährleistet. Die Baustoffe werden größtenteils recycelt bzw. sind bereits in Anteilen aus Recycling-Material hergestellt. Ziegel, Porenbeton und Kalksandstein entsprechender Qualität weisen eine hohe Wärmedämmung auf; die Baukonstruktion, Bauweise und das Recycling sind damit vereinfacht – ein traditionelles Massivhaus bauen heißt zukunftsweisend bauen. Mit den Baustoffen beim Massivbau beschäftigen wir uns intensiver auf www.massivhaus-massivbau.de.

Energieeffizient bauen

Energieeffizient bauen setzt an zwei Punkten an. Zum einen soll weniger CO2 in die Erdatmosphäre gelangen und damit der Treibhauseffekt gemildert werden, zum anderen sollen als Energiequelle erneuerbare Energien bzw. nachwachsende Rohstoffe genutzt werden, um damit die fossilen Reserven an Gas und Öl für kommende Generationen zu schonen. Nach der EnEV 2014 werden nur noch Gebäude mit Niedrigenergiestandard errichtet. Gut erkennbar ist dies schon daran, dass aus den Vorgaben für ein bis Ende 2015 förderfähiges Effizienzhaus 70 nun der Standard für einen Neubau gemäß EnEV wurde.

Die Unterschiede hinsichtlich ihres Energieverbrauches, ihrer Bauweise und technischen Anlagen werden kurz erläutert.

  • Das KfW-Effizienzhaus
    Ein von der KfW-Bank geförderteres Effizienzhaus ist ein Niedrigenergiehaus. Werden bei einem Gebäude bestimmte Verbrauchswerte erreicht, gewährt die KfW über die jeweilige Hausbank günstige Darlehen. Der Jahresenergiebedarf wird im Vergleich zu einem Referenzgebäude berechnet. KfW 55, 40, 40plus bedeutet also, je höher die Ziffer, umso niedriger ist der Jahresenergiebedarf im Vergleich zu einem Referenzgebäude.
  • Ein Passivhaus
    Passivhäuser werden im Wesentlichen passiv, über Sonneneinstrahlung (und deren Speicherung) und Abwärme über technische Geräte beheizt. In einem Passivhaus ist keine Heizung erforderlich. Eine spezielle Lüftungsanlage für den Luftaustausch und die winddichte Dämmung des Gebäudes sorgen für hohe Investitionskosten; der Energiebedarf liegt dafür mit 1,5 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr extrem niedrig.
  • Das Nullenenergiehaus
    Zusätzlich wird über Solaranlagen auf dem Dach Energie erzeugt. Der Energieverbrauch durch Strom und Warmwasser ist bei einem Nullenenergiehaus ausgeglichen: es wird so viel Energie erzeugt, wie verbraucht wird.
  • Ein Plusenergiehaus
    Diese Häuser sind eine Weiterentwicklung des Passivhauses und des Nullenergiehauses. Der Energiebedarf wird bei einem Plusenergiehaus über Solaranlagen gedeckt; dabei wird oft mehr Energie erzeugt, als tatsächlich verbraucht wird.
  • Hybridhaus
    Bei einem Hybridhaus fallen keine Kosten für Heizung, Wasser und Strom an. Ein Hybridhaus ist ein Effizienzhaus, das zusätzlich über Erdwärmetechnik zur Warmwasseraufbereitung und Heizung verfügt. Für ein Hybridhaus stehen verschiedene Pumpsysteme und technische Lösungen zur Verfügung; eine Solaranlage auf dem Dach kann ebenfalls zur Stromerzeugung eingebunden werden.

Tipp:
Ausführlichere Hinweise zu Niedrigenergie- und Energiesparhäusern finden Sie auf www.hausbauberater.de.

Heizungssysteme beim Hausbau

Energieeffizient bauen senkt nicht nur die Energiekosten wirkungsvoll, sondern es werden auch weniger Treibhausgase erzeugt. Je nach Art der Heiztechnik sind auch hier erneuerbare Energien oder nachwachsende Rohstoffe einsetzbar – neue Heizsysteme setzen in ihrer Vielfalt auf eine nachhaltige Nutzung von Energie, ein bedeutender Faktor beim Thema nachhaltig bauen.

  • Blockheizkraftwerk
    Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) arbeitet über die Kraft-Wärme-Kopplung mit einem Wirkungsgrad von 90 %, da die "Abwärme" bei der Stromerzeugung zur Warmwasserbereitung und zum Heizen genutzt wird. Für private Nutzer werden entsprechend dimensionierte Mini- oder Mikro-BHKWs empfohlen, die mit Erdgas, aber auch mit Erdöl, Biogas, Pflanzenöl oder Holz betrieben werden können.
  • Gasbrennwertheizung
    Eine Gasbrennwertheizung zeichnet sich durch einen hohen Normnutzungswert von 109 % aus, der durch vollständige Nutzung der Abgaswärme zu einer Heizkostenersparnis von 16 – 30 % führt. Gasbrennwertheizungen können seit Einführung der EnEV 2014 nur noch in Kombination mit Solarkollektoren zur Erwärmung des Wassers betrieben und einer Be- und Entlüftungsanlage betrieben werden.  Für ein KfW-Effizienzhaus sind darüber hinaus noch weitere Aufwendungen hinsichtlich der Dämmung erforderlich, die eine Nutzung dieser Heizung dann kaum noch wirtschaftlich erscheinen lassen.
  • Pelletheizung
    Die Pelletheizung ist relativ teuer in der Anschaffung, im Betrieb jedoch sehr günstig. Sie muss genau dimensioniert sein, da sie am wirtschaftlichsten unter Volllast arbeitet. Ein Lagerraum für Pellets ist Voraussetzung. Hybrid-Kombinationen mit Holz oder Solarthermie sind möglich, ebenso wie Anbau-Pelletheizungen an Gas- oder Ölheizungen.
  • Solarthermie
    Ein System aus Kollektoren, Wärmetauscher, Wasserspeicher und Steuereinheit erwärmt das Brauchwasser und/oder die Heizungsanlage. Fläche und Neigung der Kollektoren auf dem Dach sind abhängig von der Nutzung. Ein Neigungswinkel von 25 – 55 Grad wird für die Warmwasseraufbereitung empfohlen, ein Winkel bis zu 90 Grad für das Erwärmen der Heizung. Von Mai bis September kann eine Solaranlage Warmwasser liefern, in den anderen Monaten wird das Wasser vorgewärmt.
  • Wärmepumpen
    Wärmepumpen entziehen dem jeweiligen Medium (Erde, Wasser, Luft) Energie und geben es an das Gebäude zum Heizen oder Kühlen ab. In den Anlagen zirkuliert eine Sole, welche die Wärme aus Erde oder Luft aufnimmt und an die Pumpe weiterleitet. Während die Nutzung von Erdwärme ein großes Grundstück und eine behördliche Genehmigung voraussetzt, ist die Nutzung von Abluft einfacher zu installieren. Zukunftsweisend bauen bedeutet beim Thema Energieeffizienz, sich zu Heizanlagen und -technik gut beraten zu lassen.

Tipp:
Ausführlichere Hinweise zu Heizungsanlagen und Heizungstechniken finden Sie auf www.heizungssysteme.org

Hausbau mit Keller

Ein Haus ohne Keller? Für viele Hausbesitzer undenkbar, da sie hier Stauraum und die technischen Anlagen planen. Allerdings erhöht ein Keller – je nach geplanter Nutzung - die Baukosten erheblich. Die Nutzung eines Kellergeschosses ist immer auch mit zusätzlichen Treppen verbunden. Ein Keller muss von Beginn an für die jeweilige Nutzung geplant werden, da es für Kellergeschosse unterschiedliche Vorschriften und Bauweisen gibt.

  • Keller aus Mauerwerk
    Ein Mauerwerkskeller wird aus Ziegel, Betonstein oder Kalksandstein gebaut. Eine fachgerechte Ausführung (auch im Selbstbau) ermöglicht große Flexibilität beim Einsatz von Fenstern, Türen und dem Innenausbau. Eine Bitumendichtung ist bei einem Mauerwerkskeller grundsätzlich vorgeschrieben, zusätzliches Abdichten und Dämmen mit Hartschaumplatten wird bei Wohnkellern empfohlen.
  • Betonkeller "weiße Wanne"
    Ein Betonkeller wird in "WU–Beton" (wasserundurchlässiger Beton) ausgeführt, wenn die Baugrunduntersuchung dies empfiehlt. Bei der Ausführung ist besondere Sorgfalt geboten, ein Bitumenanstrich entfällt. Eine "weiße Wanne" ist nur als Nutzkeller zu verwenden, da die geforderte Energieeffizienz nicht erreicht wird. Aufgrund der Materialeigenschaft "wasserundurchlässig" sind eine zusätzliche Dämmung oder Unterputzarbeiten nicht möglich.
  • Betonkeller "schwarze Wanne"
    Die kostengünstigste Alternative für einen Nutzkeller ist eine "schwarze Wanne", da an die Qualität des Betons keine so hohen Anforderungen gestellt werden. Eine Bitumenbeschichtung ist notwendig, eine nachträgliche Wärmedämmung wohl möglich, aber teuer und nicht empfehlenswert.
  • Nutzkeller
    Ein Nutzkeller nimmt die technischen Hausanschlüsse, Heizkessel und Warmwasserbehälter auf. Als unbeheizter Wirtschafts- und Vorratsraum genutzt, ist eine Dämmung zum Erdgeschoss notwendig. Will man sich die Option als Wohnkeller offenhalten, ist eine Bauweise aus Mauerwerk mit schwarzer Wanne die beste Variante.
  • Wohnkeller
    Für Wohnkeller sind jeweils landeseigene baurechtliche Vorschriften zu beachten. Vor allem ist eine entsprechende Dämmung der Außenwände vorzusehen und die Raumhöhe bereits im Rohbau entsprechend höher zu planen. Wohnkeller müssen einen Fluchtweg nachweisen. Bei entsprechender Ausführung kann man auch Wohnkeller nachhaltig und energieeffizient bauen lassen.

Tipp
Ausführlichere Hinweise zum Kellerbau finden Sie auf www.keller-bauen.de

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